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Stuttgart, 28.04.2006 - Der Erfinder des Automobils hat das
Automobilmuseum neu erschaffen: Am 19. Mai 2006 wird das neue
Mercedes-Benz Museum in Stuttgart eröffnet. In nur zweieinhalbjähriger
Bauzeit, von September 2003 bis April 2006, entstand ein architektonisches
Highlight, das einen bemerkenswerten städtebaulichen Akzent in der Region
Stuttgart setzt. Als einziges Museum der Welt kann es die 120jährige
Geschichte der Automobilindustrie vom ersten Tag an darstellen. Das
Ausstellungskonzept ist ebenfalls einzigartig: Auf neun Ebenen mit 16.500
Quadratmetern Fläche sind 160 Fahrzeuge und insgesamt mehr als 1.500
Exponate zu sehen, die sich in zwei verbundenen Rundgängen präsentieren.
Die räumliche Nähe zum Mercedes-Benz Stammwerk in Stuttgart-Untertürkheim
schlägt die Brücke von der Tradition zur Moderne: Das Museum zeigt, dass
Automobilgeschichte stets auch nach vorn gerichtet ist. Die Basis dafür
ist die beständige Innovationskraft der Marke Mercedes-Benz.
Das neue Museum präsentiert nicht nur die spannende Geschichte der Marke
Mercedes-Benz, sondern eröffnet auch aufschlussreiche Blicke in die
Zukunft. An dieser Aufgabe orientiert sich die Architektur, die im „UN
studio“ der weltberühmten Niederländer Ben van Berkel und Caroline Bos
entstand. Mit ihrer beeindruckenden Modernität scheint die Gestaltung aus
der Zukunft gekommen zu sein – und bewahrt zugleich doch die Tradition.
Die Architektur veranschaulicht das Erbgut der Marke. Das Gebäude ist im
Inneren der DNA-Spirale mit ihrer Doppelhelix nachempfunden, die das
menschliche Erbgut trägt. Damit ist es dem Originalitätsgedanken der Marke
Mercedes-Benz verpflichtet, immer wieder völlig neue Dinge für die
Mobilität der Menschen zu schaffen – von der Erfindung des Automobils bis
zur zukunftsweisenden Vision des unfallfreien Fahrens.
Einzigartiges Museumskonzept
Ein originärer Entwurf ist auch das Ausstellungskonzept, das vom Büro HG
Merz erarbeitet und umgesetzt wurde. Auf ihrem mindestens zweistündigen
Weg durch das Museum erleben die Besucher eine einzigartige Zeitreise
durch die 120-jährige Automobilgeschichte. Ein Aufzug bringt sie zur
obersten Ebene des Museums. Von dort aus führen zwei Rundgänge in weiten
Kurven durch die umfangreiche Sammlung zum Ausgangspunkt zurück. Beide
Wege bilden über neun Ebenen eine Doppelhelix als Metapher für die
Erbanlagen der Marke. Entlang des ersten Rundgangs sind sieben
„Mythos-Räume“ angeordnet, welche die Geschichte der Marke in
chronologischer Reihenfolge erzählen. Der zweite Rundgang ordnet die Fülle
der Fahrzeuge in fünf eigenständigen „Collections-Räumen“, in denen
zeitübergreifend die Vielfalt des Markenportfolios präsentiert wird.
Weitere Besonderheit: Erstmals dokumentiert das Museum nun auch die mehr
als 100-jährige Nutzfahrzeuggeschichte des Unternehmens.
Blick in den Arbeitsalltag der Ingenieure
Jederzeit kann der Besucher zwischen den beiden Rundgängen wechseln. Sie
enden jeweils in der Steilkurve „Silberpfeile – Rennen und Rekorde“, wo
der Mythos der Marke in Reinkultur erlebbar wird. Ergänzt wird die
Ausstellung von der „Faszination Technik“, die einen Blick in den
Arbeitsalltag der Ingenieure ermöglicht und ihn gleichzeitig weiterlenkt
in Richtung Zukunft des Automobils. Das detaillierte Bild der Marke
Mercedes-Benz setzte sich aus mehr als 1.500 Exponaten zusammen, 160 davon
sind Fahrzeuge. „Das Mercedes-Benz Museum ist weltweit der beste und
einzige Ort, um die Geschichte des Automobils und den Mythos der Marke
Mercedes-Benz von den Anfängen bis in die Gegenwart auf eine völlig neue,
faszinierende Art zu erleben", erklärt Max-Gerrit von Pein,
Geschäftsführer der Mercedes-Benz Museum GmbH und Director von
DaimlerChrysler Heritage.

Markengeschichte in Themen und Epochen gegliedert
Die Mythos-Räume erzählen die Geschichte der Marke Mercedes-Benz und
gliedern sie in Themen und Epochen. Dazu sind die Räume chronologisch
ausgerichtet, und die Ausstellung ist komplett inszeniert.
- Mythos 1: Pioniere – Die Erfindung des Automobils, 1886 bis 1900
- Mythos 2: Mercedes – Die Geburt der Marke, 1900 bis 1914
- Mythos 3: Umbrüche – Diesel und Kompressor, 1914 bis 1945
- Mythos 4: Wunderjahre – Form und Vielfalt, 1945 bis 1960
- Mythos 5: Vordenker – Sicherheit und Umwelt, 1960 bis 1982
- Mythos 6: Weltbewegend – Global und individuell, 1982 bis heute
- Mythos 7: Silberpfeile – Rennen und Rekorde
Die Collectionsräume zeigen thematisch geordnet die Fülle und Vielfalt der
Fahrzeuge der Marke. Hier entdeckt man Exponate wie einen ganz normalen
Linienbus Mercedes-Benz O 305, den berühmten „Tausendfüßler“ – den
Schwerlastwagen LP 333 - , ein Feuerwehrfahrzeug LF 3500 mit Drehleiter
oder das „Papamo-bil“ von Papst Johannes Paul II. – Fahrzeuge, die
Geschichte haben und sie mitunter auch schrieben.
- Collection 1: Galerie der Reisen
- Collection 2: Galerie der Lasten
- Collection 3: Galerie der Helfer
- Collection 4: Galerie der Namen
- Collection 5: Galerie der Helden
Eine Sonderrolle kommt der „Faszination Technik“ auf der untersten Ebene
zu, sie ist als in sich geschlossene Ausstellung frei zugänglich. Mit
Hilfe einer aufwändigen Inszenierung ermöglicht sie einen Blick in den
Arbeitsalltag der Entwickler und Ingenieure von Mercedes-Benz und damit
auch einen Ausblick in die Zukunft des Automobils. Ein Café, ein
Restaurant und verschiedene Shops runden das Angebot für den Besucher ab.
Die direkte Verknüpfung mit dem Showroom des Mercedes-Benz Centers
gewährleistet die nahtlose Fortführung des Mythos Mercedes von den
Oldtimern zu den aktuellen Produkten.
Architektonisches Meisterstück
Von einem symmetrischen, dreiblättrigen Grundriss ausgehend entwickelte UN
studio die Geometrie des Gebäudes, dessen innere Wegführung nicht von
unge-fähr an Lösungen aus dem Straßenbau erinnert: Die kleeblattartige
Architektur des Neubaus korrespondiert mit dem nahe gelegenen Anschluss
der Bundesstraße B14 an die Bundesstraße B10. Mehr als 110.000 Tonnen
Beton sind im Mercedes-Benz Museum verbaut, das auf 4.800 Quadratmeter
Grundfläche eine Höhe von 47,5 Metern erreicht und damit einen umbauten
Raum von 210.000 Kubikmeter umschließt.

Die komplexe Geometrie des Museums war nur mit neuesten Technologien
realisierbar. Die Grundlage der Planung bildete - vom Entwurf bis zur
Fertigstellung - ein dreidimensionales Datenmodell, das im Verlauf der
Bauzeit 50 Updates erfuhr und insgesamt 35.000 Werkpläne hervorbrachte. 33
Meter weite, stützenlose Räume, welche die Last von zehn Lastwagen tragen
können, gehören ebenso zu den architektonischen Besonderheiten wie die
zweifach gekrümmten tragenden Bauteile: so genannte „Twists“, die an
überdimensionale Flugzeugpropeller erinnern und in dieser Form und Größe
erstmals angewendet wurden. In den Fensterbändern sind 1.800 dreieckige
Scheiben verbaut, von denen keine der anderen gleicht. Alle Materialien,
von den Aluminiumblechen und Fensterbändern der Außenhaut bis zum dunklen
Stirnholzparkett der Rampen, verbinden höchste Qualität mit einem
zurückhaltenden Auftreten.
Markenerlebnis beginnt schon in der Tiefgarage
Schon bevor der Besucher das neue Museum betritt, empfängt ihn eine
sympathische automobile Ouvertüre. In der Tiefgarage, die sich im hinteren
Teil des künstlich errichteten Hügels befindet, stehen effektvoll
beleuchtet Mercedes-Benz Pkw-Modelle der abgelaufenen Generation. „Die
‚Youngtimer’ bilden das Empfangskomitee des Museums und stehen im
Parkdeck. Sie werden zwischen den parkenden Autos der Besucher platziert,
aber zusätzlich exponiert, indem sie in einer Glasvitrine parken“,
beschreibt HG Merz die Idee. Aus der Tiefgarage gelangt man über eine
Rolltreppe in das Foyer.
Im Foyer bietet eine Freitreppe auch größeren Gruppen die Gelegenheit,
sich zu sammeln und richtig anzukommen. Vorbei an einem Informationsstand,
über dem an einem Ring 16 Plasmabildschirme aufgehängt sind, gelangt der
Besucher ins Atrium, wo sich ein erster, atemberaubender Anblick auftut.
Für die Fahrt nach oben stehen den Besuchern drei Aufzüge zur Verfügung.
Während sie langsam durch das 42 Meter hohe Atrium nach oben schweben,
können die Besucher eine filmische Vorschau dessen verfolgen, was sie im
Museum erwartet. Oben angelangt, empfängt sie ein ganz spezielles
akustisches Signal: Wiehern. Die Besucher haben eine Zeitreise in die
Vergangenheit durchlaufen und sind vor der Erfindung der ersten Automobile
angelangt.
Mythos und Sammlung: das duale Gestaltungsprinzip
Die sieben Mythos-Räume, die von der Erfindung des Automobils bis zur
Gegenwart chronologisch durch die Zeitgeschichte führen, sind durch eine
rund 80 Meter lange, stufenlose Rampe miteinander verbunden. Diese ist
behindertengerecht und geht immer wieder unmerklich in ebene Abschnitte
über, um auch Rollstuhlfahrer sicher und bequem durch das Gebäude zu
geleiten.
Bis auf den ersten und letzten Mythos-Raum, welche die Erfindung des
Automobils und die Rennsportgeschichte zum Thema haben, sind alle
Mythos-Räume nach demselben Prinzip gestaltet: An der Außenwand eines
Kleeblattbogens entlang führt die Rampe in weitem Bogen hinab zu den
Fahrzeugen, die im Mittelpunkt der Inszenierung stehen. Während der
Betrachter rechts bereits einen Blick hinab auf die Exponate werfen kann,
illustriert eine Chronik links an der Wand Themen der
Unternehmensgeschichte im Spiegel der Zeitgeschichte. Diese Galerie zeigt
den Hintergrund, auf den die Epoche machenden Neuerungen der
Automobilgeschichte antworten.
Jeder Mythos-Raum präsentiert anhand einer zentralen Szene eine Epoche:
Von der Erfindung des selbst fahrenden, benzingetriebenen Straßenfahrzeugs
über die Entstehung der Marke Mercedes, die Entwicklung von Kompressor-
und Dieselmotor, Flügeltürer und Kurzhauber-Lkw der 1950er Jahre, die
zunehmende Bedeutung von Sicherheit und Ökologie, die globale Präsenz der
Marke bis zum übergreifenden Thema der Renn- und Rekordfahrzeuge im
letzten Mythos-Raum, in dem der Museumsrundgang seinen Abschluss findet.
Nach Nutzungsarten ausgerichtet
„Im Unterschied zu den chronologisch ausgerichteten Mythos-Räumen sind die
Collections-Räume thematisch nach Nutzungsarten ausgerichtet“, beschreibt
HG Merz die Funktion des zweiten Rundgangs. „Mit ihrem Exponatenreichtum
sind sie Spiegel von Erfahrung, Kompetenz und Perfektion in der gesamten
Breite aller automobilen Produkte.“
Die großzügig konzipierten Collections-Räume bieten Fläche zur Aufstellung
einer Vielzahl von Exponaten quer durch die Geschichte des jeweiligen
Raumthemas. Diese Themen reichen vom Reisen mit Omnibus, Taxi und
Personenwagen über Gütertransport und Versorgung; über die „Galerie der
Helfer“ im Dienste von Feuerwehr, Rettungsdiensten und kommunalen
Unternehmen, bis zu Prominentenfahrzeugen und schließlich zur „Galerie der
Helden“, die als unauffällige, aber tüchtige Fahrzeuge im Alltag in
unzähligen Exemplaren weltweit ihren Dienst taten und tun. Dazu zählen
beispielsweise der Unimog oder der Mercedes-Benz 240 D.
Eine zurückhaltende, an Straßenmarkierungen erinnernde Fußbodengrafik
verweist auf das Thema der Collection und gibt bei der Aufstellung der
Fahrzeuge die Richtung vor. Von den Pfeilen einer Windrose ausgehend
streben etwa die Exponate in der „Galerie der Reisen“ in alle vier
Himmelsrichtungen. In der „Galerie der Lasten“ sind sie hingegen parallel
wie auf einer Straße angeordnet. Die Fahrzeuge der „Galerie der Helfer“
sind auf einen zentralen Einsatzort in der Mitte des Raumes ausgerichtet,
während die „Galerie der Namen“ auf edlen Holzpodesten präsentiert wird.
Die „Galerie der Helden“ ist einer Straße mit schräg angeordneten
Parkbuchten nachempfunden.
An der Rampe, die vom Mythosrundgang jeweils in einen der
Collections-Räume hinabführt, befindet sich eine von beiden Seiten
einsehbare Vitrine. Von außen sind Modellfahrzeuge zu sehen, von innen
kleinere Exponate wie Fahrzeugteile, Accessoires und Werbeartikel. Ein
„Mikrokino“ zeigt zudem Filme, die das Thema des jeweiligen
Collections-Raumes aufnehmen.
Zusätzlich zu den raumbezogenen Ausstellungsstücken sind über alle Mythos-
und Collections-Räume verteilt 33 weitere Gegenstände ausgestellt, die zum
Teil überraschende Einsichten eröffnen. „Die ‚33 Extras’ sind originale
Objekte. Sie waren Bestandteile eines Fahrzeugs (Kotflügel oder
Mikrochip), sie können aus der Ausstattung des Autofahrers stammen
(Lederkleidung oder Führerschein) oder auch zum weiteren Inventar der
Autokultur gehören (Strafzettel und Auto-fahrerkarikatur)“, erläutert Merz
das Konzept. Sie laden zum Nachdenken ein, geben Anlass zum Schmunzeln
oder bieten lehrreiche Informationen zu unbekannten Aspekten der
Automobilgeschichte.
Emotionaler Abschluss vor der Steilwandkurve
Mythos- und Collectionsrundgang münden beide in „Rennen und Rekorde“: Eine
große Steilwandkurve, die nahezu den gesamten Raum umfängt, geht in eine
senkrechte, zylindrische Wand mit legendären Rekordfahrzeugen über.
„Rennen und Rekorde ist der emotionale Abschluss des Museumsrundgangs“,
sagt HG Merz.
Beim Eintritt in diese Sphäre kann der Besucher auf einer Tribüne
gegenüber der Steilwandkurve bequem Platz nehmen, um das eindrucksvolle
Bild erst einmal auf sich wirken zu lassen oder wahlweise auf sechs
verschiedenen Monitoren Filmszenen historischer Autorennen zu verfolgen.
Diese Tribüne ist mit einem Gang hinter der Steilkurve verbunden und
mündet in einen „Renntunnel“, der in den Mythos-Raum „Rennen und Rekorde“
führt. Anschließend bieten originale Erinnerungsstücke von berühmten
Rennfahrern, zwei Simulatoren und eine „Rennwerkstatt“ Gelegenheit, sich
der Faszination Motorsport zu nähern.
Berühmte Fahrzeuge senkrecht an der Wand fixiert
Als Abschluss geht die Steilwandkurve in eine senkrechte Wand über, an der
berühmte Rekordfahrzeuge montiert sind: Die Auswahl reicht vom
dreiachsigen T 80 und den Zwölfzylinder-Rekordwagen W 125 von 1938 über
den Dieselrekordler C 111 III von 1978 und den 190 E 2.3-16 von 1983 bis
hin zum höchst aktuellen E 320 CDI, der 2005 im texanischen Laredo 100.000
Meilen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 224 km/h absolviert hat.
Dass Geschwindigkeit aber nicht alles ist, demonstrieren die beiden
abschließenden Exponate: Das so genannte Sparmobil schaffte es, mit nur
einem Liter Diesel hochgerechnet 1028 Kilometer zurückzulegen. Ganz ohne
herkömmlichen Kraftstoff zog schließlich das von Solarzellen gespeiste
Solarmobil seine Bahn, das Mitte der 1980er Jahre die Tour del Sol vom
Bodensee zum Genfer See gewann.
In der Mitte des zylindrischen Runds mit diesen Rekordwagen ragen aus der
unteren Ebene des Zwischenbaus fünf Podeste empor, die dem Ventil eines
Motors nachempfunden sind und sowohl historische als auch aktuelle
Forschungsfahrzeuge präsentieren. Diese Exponate verbinden den
Museumsrundgang mit dem Ausstellungsbereich „Faszination Technik“, der auf
einer Länge von 80 Metern den gegenwärtigen Stand der Entwicklung vor
Augen führt. Von hier aus gelangt der Besucher durch die Passage zum
Mercedes-Benz Center Stuttgart und damit zu den aktuellen Fahrzeugen der
Marke.
©Text & Bilder: Daimler-Chrysler
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